Klitschko kämpft für Timoschenko

SORGE UM INHAFTIERTE OPPOSITIONSPOLITIKERIN

Er will für sie kämpfen, sie frei boxen – aber Vitali Klitschko beißt in Kiew auf Granit.

Es gibt kein Erbarmen mit der kranken Julia Timoschenko (51).

Ein Gericht in Kiew hat die Umwandlung ihrer Gefängnishaft in Hausarrest abgelehnt. Die Anwälte der früheren ukrainischen Regierungschefin hatten eine sofortige Verlegung aus ihrer Zelle beantragt. Grund: Damit sie gesund werden und an der Berufungsverhandlung teilnehmen könne.

Sie sei bereit, strenge Meldeauflagen zu erfüllen, sagte einer ihrer Anwälte nach Angaben von Medien in Kiew.

Doch die Richter wiesen den Vorstoß zurück. Eine Begründung lieferten sie nicht. Die Verteidigung reagierte empört.

Der ukrainische Oppositionspolitiker und Profiboxer Vitali Klitschko (40) verurteilte die Haft für Timoschenko erneut. Die Europäische Union dürfe aber trotz ihrer Kritik an dem Strafprozess den Kontakt nach Kiew nicht abreißen lassen, sagte Klitschko.

Er hatte schon nach dem Urteil zu Protesten aufgerufen und vor einer Diktatur gewarnt, sollte ein Oppositioneller nach dem anderen im Gefängnis landen.

SORGE UM TIMOSCHENKO

Timoschenkos Gesundheitszustand ist so schlecht, dass sie nicht an dem Verfahren teilnehmen kann.

Seit Wochen kann Julia Timoschenko kaum noch laufen. Ihr Anwalt Serhij Vlasenko sagte BILD.de: „Ihr Rücken macht ihr große Probleme. Sie darf keinen Arzt besuchen, die Schmerztabletten verweigert man ihr. Sie braucht wahrscheinlich eine Operation.“

Die ukrainische Justiz hat in den vergangenen Wochen in mehr als zehn weiteren Fällen Ermittlungen gegen Timoschenko eingeleitet und eine „Reservehaft” gegen sie verhängt.

Das heißt: Egal, wie das Berufungsverfahren ausgeht: Timoschenko wird so schnell nicht freikommen.

Die Oppositionspolitikerin war im Oktober wegen Amtsmissbrauchs verurteilt worden. 2009 hatte sie mit Russland einen Gasliefervertrag abgeschlossen, der laut Urteil der Ukraine schweren finanziellen Schaden zugefügt habe.

Timoschenkos Inhaftierung belastet ein für diesen Montag in Kiew geplantes Gipfeltreffen mit EU-Vertreter. Klitschko appellierte an die EU, ein Freihandelsabkommen mit der Ukraine möglichst bald abzuschließen.

(Quelle: Bild)

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