Thompson fordert Wladimir Klitschko in Bern heraus
Neben dem Ring verlief das Duell der beiden Kontrahenten zahm. Beide verzichteten auf Seitenhiebe. Dass dies ein schlechtes Zeichen fĂŒr den Fight sei, dementierte Klitschko: “Dass wir hier ruhig sitzen, ist sicher kein Garant dafĂŒr, dass der Kampf langweilig wird – im Gegenteil. Beide KĂ€mpfer konzentrieren sich einfach sehr auf diesen Fight.”
Einzig bei einer Sache gerieten sich Wladimir Klitschko und sein fast gleich grosser IBF-Pflichtherausforderer Thompson (1,98 m beziehungsweise 1,96 m) fast in die Haare: “Vor vier Jahren vernahm ich im Nachhinein, dass Du von einer Trainingsverletzung her angeschlagen in den Kampf gegangen sein sollst, obschon ich im Ring keine Anzeichen dafĂŒr bemerkt hatte. Bist Du jetzt fit oder wirst Du spĂ€ter erneut behaupten, dass Du angeschlagen warst?” Thompsons dĂŒnnlippige Replik: “Ich bin fit.” Wladimir Klitschko hatte das erste Duell vor vier Jahren nach zĂ€her Gegenwehr durch technischen K.o. in Runde 11 zu seinen Gunsten entschieden.
“Erwarte 90 SchlĂ€ge von Thompson pro Runde”
Wladimir Klitschko ist ĂŒberzeugt, dass Thompson “mindestens 90 SchlĂ€ge pro Runde austeilen” und sich im Gegensatz zu vorangegangenen WM-Herausforderern nicht zurĂŒckziehen wird. “Er ist ausgebufft. Er kennt mich besser als jeder andere Gegner. Er war 2003 mein Sparringpartner, 2008 mein Gegner. Es war einer meiner schlimmsten KĂ€mpfe. Wir mussten im Verlauf des Kampfs die Strategie Ă€ndern, um zu gewinnen. Er sparrte auch schon mit meinem Bruder Witali. Er kennt die Klitschkos in- und auswendig. Und es ist seine letzte Chance. Ich gehe davon aus, dass mir der beste Thompson gegenĂŒbersteht, den es je gab.” Es sei zudem in der Vorbereitung nicht einfach gewesen, Sparringpartner zu finden, die einen so grossen Rechtsausleger wie Thompson imitieren können.
Wladimir Klitschko: “Es wird mein 61. Kampf (bislang 57:3 Siege, 50 vorzeitig) als Profi. Es klingt irgendwie nach viel. Ich bin nicht mehr der JĂŒngste, ich hatte gedacht, dass ich mit Anfang 30 an die Leistungsgrenze komme. Doch das war nicht der Fall. Ich werde immer besser. Man sieht ja auch, was mein Bruder (WBC-Schwergewichts-Weltmeister – Red.) mit 41 noch leistet.”
